Brahms – Ein Deutsches Requiem

Brahms – Ein Deutsches Requiem

Konzert in der Kirche St. Johann Rapperswil

Datum/Zeit
17.11.2018
17:30 Uhr

Veranstaltungsort
Rapperswil St. Johann


Sybille Diethelm, Sopran / Hubert Michael Saladin, Bass
Coro piccolo castello / Camerata castello
Leitung Frank Mehlfeld

Bereits zu Lebzeiten von Johannes Brahms wurde sein religiöser Hintergrund thematisiert. So bewertete sein Kollege Heinrich von Herzogenberg sein Œuvre als Zeugnis eines «tiefreligiösen Mannes». Da seine geistlichen Werke auf eine liturgische Bindung verzichten und nicht im kirchlichen Auftrag komponiert wurden, sind sie durch eine Querständigkeit autonomer Kunst gekennzeichnet. Brahms selbst gab aber zu, den inneren «Theologen … nicht los werden» zu können.
« … aber sagen muss ich Dir noch, dass ich ganz und gar erfüllt bin von Deinem Requiem, es ist ein ganz gewaltiges Stück, ergreift den ganzen Menschen in einer Weise wie wenig anderes. Der tiefe Ernst, vereint mit allem Zauber der Poesie, wirkt wunderbar, erschütternd und besänftigend. Ich kann’s, wie Du ja weisst, nie so recht in Worte fassen, aber ich empfinde den ganzen reichen Schatz dieses Werkes bis ins Innerste, und die Begeisterung, die aus jedem Stücke spricht, rührt mich tief, daher ich mich auch nicht enthalten kann es auszusprechen. … Ach, könnte ich es hören, was gäb ich wohl darum», schrieb Clara Schumann in einem Brief an Johannes Brahms.

Eine Fassung für Kammerorchester, Chor und grosse Orgel…

Die Verhältnisse haben sich seit Brahms’ Zeiten sehr geändert. Im 19. Jahrhundert hatten wir es meist mit riesigen, sehr leistungsfähigen Chören des Bürgertums zu tun. Schnell standen da 200-300 SängerInnen auf der Bühne, die auch noch richtig gut waren. Das Orchester andererseits war deutlich leiser als wir es heute kennen. Die Instrumente klangen leichter und leiser. Wenn bei heutigen Konzerten der Chor nicht gut zu hören ist, liegt das auch an der Weiterentwicklung im Instrumentenbau, dem die menschliche Stimme nicht gewachsen ist. Ingo Schulz, ein Berliner Kollege, hat sich entschlossen, die ganze Partitur neu zu bearbeiten, weil eine Aufführung der originalen Fassung mit modernen Instrumenten und «kleinem Chor» mit heutigen Mitteln problematisch ist. Die Alternative – sehr grosser Chor mit historischen Instrumenten ― wäre sicherlich hochinteressant, würde den finanziellen Rahmen eines solchen Projektes jedoch bei weitem sprengen. So entstand eine Fassung mit Streichern, sieben Bläsern, Pauken, Harfe und Orgel, dazu zwei Solisten und ein «Kammerchor» mit 50 SängerInnen. Die Aufführung dieser Fassung in der Emmaus-Kirche Berlin-Kreuzberg begeisterte Publikum und Fachleute.

Ansprechpartner

Frank Mehlfeld

Musikbeauftragter Rapperswil

 

Telefon: 055 534 55 36

E-Mail: frank.mehlfeld@bluewin.ch


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