Unsere Kirchen und Kapellen

Pfarrkirche St. Johann, Rapperswil

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Pfarrkirche St. Johann, Rapperswil

Das Gotteshaus und seine Türme weisen ins Mittelalter zurück:

Als historisch gesichert gilt, dass es dem Grafen von Rapperswil bereits 1253 gelang, die Kirche vom Kloster Pfäfers zu lösen.

Die ursprünglich rechteckige Saalkirche mit Nordostturm wurde 1259 geweiht, 1442 erhielt die inzwischen erweiterte Kirche den grossen Süd-Turm. In mühseliger Kleinarbeit entstand – kurz vor Beginn der Reformation – zwischen 1493 und 1497 der dreiseitig geschlossene spätgotische Chor, welcher eine wertvolle gotische Ausstattung beherbergt. Unverändert original vorhanden findet sich die ehrwürdige Sakristei hinter den dicken Mauern des grossen Süd-Turms.

Ein verheerender Brand, der am 30. Januar 1882 über die Mauern des Gotteshauses wütete, zerstörte jedoch Grossteile des Gotteshauses sowie die gesamte Ausstattung. Die beiden Türme jedoch blieben weitgehend verschont – auch die Sakristei mit dem wertvollen Kirchenschatz nahm keinen Schaden. Infolge der immensen Schäden, welche der Brand anno 1882 angerichtet hatte, musste die Kirche wieder neu errichtet werden. Sie erhielt den noch heute vorzufindenden Grundriss neugotischen Stils; des Weiteren wurde das Kirchenschiff verlängert, verbreitert und leicht nach Süden verschoben. Erst am 06. Oktober 1885 durfte die Weihe des neu errichteten Gotteshauses gefeiert werden.

In den 1960er und 70er Jahren fand eine erneute Restauration der Aussenfassade sowie des Innenraumes statt.

Pfarrkirche Rapperswil – St. Johann, nicht zuletzt deshalb ein Unikat zu nennen, da sie seit jeher weder über eine Turmuhr noch über einen Stundenschlag verfügt. Die Zeit in Rapperswil ist „bürgerlich“ und wird dementsprechend vom Uhrwerk im Zytturm des Schlosses gemessen und vom Schlag jener beiden Glocken angekündigt.

Liebfrauenkapelle, Rapperswil

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links: Liebfrauenkapelle, rechts: Eingang Pfarrkirche St. Johann

Die heute dem spätgotischem Schaffen entsprechende Liebfrauenkapelle wurde gesichert um 1489 ins steil abfallende Gelände nördlich der Pfarrkirche St. Johann gebaut.

1675 fügte man dem Bau mit rechteckigen Grundriss und steilem Satteldach auf der Ostseite einen fünfseitig geschlossenen Chor an, der sich nur in den Kapellenraum öffnet.
Zwei spitzbogige Nord- und ein Südfenster belichten das Schiff, zwei seitliche Rundbogenöffnungen den Chor.
Der Innenraum mit neugotischem Mobiliar und verspielt wirkenden Jugendstilmalereien ist durch die Renovation von 1917 geprägt und reich ausgestattet, so dass dieser ehrwürdig gestaltete sakrale Raum noch heute rege für Hochzeiten sowie Andachten genutzt wird.

Kapelle St. Ursula, Kempraten

Kapelle St. Ursula, Kempraten – Foto: Roland Fischer, Zürich

Dort, wo sich die Römerstrassen von Zürich und Oberwinterthur vereinigten und als Hauptverkehrsweg nach Walenstadt, Chur und über die Bündnerpässe führten, lag in der Seebucht das heutige Kempraten. Bei der auf römischem Gemäuer stehenden Kirche könnte es sich um einen Zeugen spätrömischen Christentums handeln. Nachweisen lässt sie sich allerdings erst um 835, als sie durch die Übertragung von Reliquien des heiligen Alexander zu einer Wallfahrtsstätte avancierte.

1531 fiel die gesamte Innenausstattung der Kapelle dem Bildersturm zum Opfer; nur schleppend lief die Restauration an, die aber im Jahre 1607 erfolgreich abgeschlossen werden konnte. Die Rapperswiler konnten sich indessen nicht lange an der renovierten Kapelle erfreuen, wurde doch im Januar 1656 das Gros der kostbaren Ausstattung durch die Rapperswil belagernden Zürcher zerstört. Dabei wurden die Wandmalereien mit Lanzenstichen geschändet, die Altarsteine zum See hinuntergewälzt und die Glocke entwendet. Erst im August 1667 lud die standhafte Kapelle wieder zum Feiern des Gottesdienstes ein.

Unter der Leitung von Pater Albert Kuhn gestaltete man die Kapelle im Jahre 1905 im Innern im Sinne der Neugotik vollständig um. Anlässlich der Renovation von 1953 konnte auf der nördlichen Aussenwand des Chors das Fragment eines gotischen Wandgemäldes freigelegt werden. Es zeigt den heiligen Christophorus, geschaffen um 1400.

Die Kapelle hat ein rechteckiges Schiff und einen schmaleren, fast quadratischen Chor. Die zwei seitlichen und die drei grossen Fenster in jeder Längswand des Schiffs weisen neugotisches Masswerk von 1905 auf. Der Haupteingang liegt in der westlichen Giebelfront. Das Satteldach ist über dem Chor abgesetzt. Seit 1905 trägt es anstelle der ehemaligen Zwiebelhaube einen mit Spitzhelm gedeckten offenen Dachreiter. Darin hängen zwei Glocken. Jene von 1761 stammt aus der ehemaligen Fluhkapelle, die andere wurde 1899 gegossen.

Das Innere ist durch die Renovation von 1905 geprägt. Aus diesem Jahr stammen die flache Holzdecke nach gotischem Muster im Schiff, die Dekorationsmalerei und die Schnitzaltäre. Der 1609 erweiterte, gewölbte Chor hat neugotische Kreuzrippen. Diese setzen über Konsolen mit Blattranken an und enden in einem runden Schlussstein.

Pfarrkirche St. Franziskus, Kempraten

Franziskuszentrum Kempraten

Pfarrkiche St. Franziskus, Kempraten

Die in den 1960er Jahren stark zunehmende Bautätigkeit in Kempraten-Lenggis weckte bei der Bevölkerung den Wunsch nach einer eigenen Kirche, konnte doch die kleine Kapelle St. Ursula räumlich längst nicht mehr genügen.

Der Entscheid für ein neues Kirchenzentrum wurde am 08. April 1974 an der Bürgerversammlung gefasst. Ein Jahr darauf hiess die Kirchbürgerschaft das Projekt „Landschaft“ des Architekten Professor Walter Förderer (Schaffhausen) gut und genehmigte am 29. November 1976 den Bau des kirchlichen Zentrums.

Der Gesamtkomplex bildet in seiner Grundstruktur ein Rechteck, das jedoch vielfältig abgewinkelt ist und sowohl Durchbrüche als auch Ausbuchtungen aufweist. Von Osten wie vom Westen her gelangt man über Plätze und Höfe zur Kirche und in die Zentrumsräume, wobei ausgeschnittene Mauerschalen die Zugänge markieren und zum Eintreten einladen.

Während der Jahre 1977 bis 1979 wurde eifrig an diesem Meisterwerk zeitgenössischer Architektur gebaut, so dass es schon am 25. März 1979 eingeweiht werden konnte. Die Gründung der eigenständigen Pfarrei St. Franziskus, weiterhin zur Kirchgemeinde Rapperswil gehörend, erfolgte im Jahre 1979. Am 01. Juli 1982 errichtete der damalige Bischof Otmar Mäder schliesslich per Dekret die Franziskuspfarrei Kempraten.

Das als Kirchdorf zu bezeichnende Kempraten liegt am rechtsseitigen Ufer des Zürichsees, im Norden von Rapperswil und galt bis zur Gemeindefusion von Rapperswil und Jona als Ortsteil der politischen Gemeinde Jona.

Kempraten ist seit der Römerzeit durchgehend besiedelt und zählt im Kanton St. Gallen zu den bedeutendsten archäologischen Fundstellen.

Pfarrkirche Maria Himmelfahrt, Jona

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Pfarrkiche Maria Himmelfahrt, Jona

Vom Ursprung einer Kirche im Weiler Jona – am Fluss „Johanna“ gelegen – bis zur eigenständigen Pfarrei Jona verging beinahe ein Jahrtausend.

Gemäss Überlieferung wurde im Jahr 812 auf dem Kirchhügel anstelle eines römischen Tempels ein christliches Gotteshaus errichtet. Aus Platzgründen sah man sich im Jahre 1419 genötigt, die Kirche zu erweitern; doch bereits Ende des 15. Jahrhunderts fand diese Neuerung aufgrund diverser Baumängel durch den Einsturz ihr jähes Ende, so dass man sich gezwungen sah, das Gemäuer durch einen Neubau zu ersetzen. Lediglich der Chorraum und der untere Teil des Turmes blieben erhalten.

Während eines weiteren Neubaus des Kirchenschiffes im Jahre 1852 erhöhte man zudem den Turm im Sinn der klassizistischen Neugotik.

Im 20. Jahrhundert wuchs das Dorf Jona dramatisch an, so dass zwischen 1934 und 1936 sowohl die Aussenfassade als auch das Innere des Kirchengebäudes erneuert, umgestaltet und modernisiert wurde. 1936 verlängerte man das Schiff nach Westen und fügte ihm ein westliches Querschiff an. Gleichzeitig trennte man den gotischen Chor ab, um ihn fortan als Sakristei zu nutzen. Hier wird der Kirchenschatz verwahrt.

Die Kirche besteht aus dem nach Osten gerichteten spätgotischen Chor, dem neugotischen Schiff, dem modernen Westbau und dem nördlichen Turm. In den Jahren 2003 und 2004 erfolgten eine erneute Umgestaltung des Kircheninneren sowie ein Umbau des Äusseren: als erste Kirche der Region verfügte die Kirche Jona über eine mobile Bestuhlung mit verschiebbaren Plattformen für unterschiedliche Liturgieformen und Raumnutzungen. Zudem steht seitdem auf der Südseite nebst dem Aufstieg zu Fuss ein komfortabler Lift zur Verfügung.

Kirche St. Martin, Busskirch

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Kirche St. Martin, Busskirch

St. Martin in Busskirch ist eines der ältesten christlichen Gotteshäuser in der Gegend und spielte bis zur Aufhebung als Pfarrkirche im Jahre 1945 eine bedeutende Rolle. Obwohl die Kirche keinen aussergewöhnlichen Kirchenschatz birgt, ist deren mindestens 1400 Jahre alte Geschichte bemerkenswert.

Erstmalige Erwähnung fand sie um 842; um 1100 wurde ein stattliches Gotteshaus auf massiven Grundmauern errichtet. Nur 200 Jahre später trug man diese Kirche bis auf Bodenhöhe ab und errichtete auf demselben Fundament eine spätromanische Kirche, deren Schiff bis 1853 unverändert blieb.

In den Jahren 1848 bis 1853 verlängerte man das Schiff um ein Joch, und der Turm erhielt seinen Spitzhelm.

Die heutige Kirche enthält Bauelemente aus verschiedenen Epochen: aus spätgotischer Zeit stammen der Chor mit Strebepfeilern und Masswerkfenstern und der Turm bis zum Glockengeschoss. Hochliegende Rundbogenfenster belichten den Kirchenraum. Zwei der ursprünglich romanischen Fensterchen wurden bei der Restaurierung von 1975 wieder freigelegt. Das Schiffdach dagegen hat den klassizistischen Charakter bewahrt.

Die ehemalige Pfarrkirche St. Martin liegt idyllisch am rechten Ufer des oberen Zürichsees, südöstlich der Pfarrkirche St. Johann auf dem Rapperswiler Schlosshügel und südlich der Pfarrkirche Jona auf dem Frobühl.

Kapelle St. Dionys, Jona

Kapelle St. Dionys, Jona

Kapelle St. Dionys, Jona

Die Kapelle St. Dionys, welche sich auf dem Gemeindegebiet Jona befindet, wurde schon früh der Kirchgemeinde Rapperswil zugeordnet. Sie fungierte eines als Pfarrkirche des damaligen Dorfes Wurmsbach erhielt im Spätmittelalter das Gepräge einer Wallfahrtskirche.

Nach Zerstörungen im Alten Zürichkrieg gestaltete man den ursprünglich romanischen Bau spätgotisch um. Auf den Bau eines neuen Turmes und die Erweiterung des geraden Chors zum Polygon folgte 1493 eine neue Weihe der Kirche. Im dritten Viertel des 15. Jahrhunderts wurde der gesamte Innenraum der Kirche mit einem Bilderzyklus illustriert: an der äusseren Westfront entstand das Weltgericht, während an der Südwand die überlebensgrosse Gestalt des Christophorus dargestellt wird. Diese gotischen Fresken wurden anscheinend während des Bildersturms 1531 übertüncht, sind heute aber wieder freigelegt und laden zur Betrachtung ein.

1953 erfolgte eine vollständige Innen- und Aussenrenovierung, wobei ein hölzerner Vorbau beseitigt, das Wandgemälde auf der Westseite freigelegt und restauriert und das Retabel im Chor entfernt wurden.

Kapelle St. Wendelin, Wagen

Kapelle St. Wendelin, Wagen

Kapelle St. Wendelin, Wagen

In der Ortschaft Wagen, urkundlich schon 870 erwähnt, existiert seit mehr als 1000 Jahren ein Gotteshaus. Als offizieller Kirchherr galt der Fürstabt von Einsiedeln, welcher sich mit den Klöstern Wurmsbach und Pfäfers die Grundherrschaft teilte. Seit dem 14. Jahrhundert bildete Wagen eine im Benediktinerkloster Einsiedeln inkorporierte Pfarrei.

Als nach der Gründung des Kantons St. Gallen die Rechtsverhältnisse zwischen Wagen und Einsiedeln aufgelöst worden waren, konstituierte sich 1804 die Kapellgenossenschaft, welche das von der Ablösung her stammende Kapital zu verwalten und den Unterhalt der Kapelle zu besorgen hatte.

Nach langen Verhandlungen beschlossen die Kapellengenossen von Wagen im Jahre 1951 das Jahrhunderte alte, 1698 dem heiligen Wendelin geweihte Gotteshaus durch einen nach den Plänen des renommierten Architekten Josef Steiner (Schwyz) Neubau zu ersetzen.

Im Zeichen der Liturgiereform nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) erfolgte die Innenrenovation der Dorfkapelle nach Plänen des Architekten Norbert Bühler (Jona); bei der Neugestaltung des Chores wurde die Kommunionbank entfernt und anstelle der Kanzel ein Ambo geschaffen. Der neue Zelebrationsaltar wurde am Ostermontag 1980 eingesegnet.

Die Innenrestaurierung der Dorfkapelle im Sommer 1998 umfasste die Reinigung der stark verschmutzten Wände, der Holzdecke, der Fenster und Figuren sowie Malerarbeiten. An der architektonischen Gestaltung wurde nichts geändert.

Pfarrkirche St. Pankratius, Bollingen

Pfarrkiche St. Pankratius, Bollingen

Pfarrkiche St. Pankratius, Bollingen

Die Kirche St. Pankratius wurde 1229 als Filiale des Klosters Rüti erwähnt. 1519 wurde das neue und noch heute existierende Gotteshaus geweiht. Nachdem zuvor nur ein Dachreiter bestanden hatte, baute man 1764 südlich des Chores einen Turm mit Sakristei. 1775/76 erhöhte und verlängerte man das Kirchenschiff, und unter dem neuen Dachstuhl entstand eine gewölbte Decke.

Dem dreiseitig geschlossenen gotischen Chor gliedert sich das barocke Kirchenschiff mit seinen drei spitzbogigen Fensterpaaren an. Das steile Satteldach ist über dem Chor leicht abgesetzt; Schiff und Chor haben Ecken in verzahntem Quaderwerk.

Im Inneren trennt ein in Haussteinen gefügter spitzer Chorbogen das Schiff vom Chor mit grätigem Gewölbe. Über dem Schiff wölbt sich eine Decke mit drei Gemälden, die 1776 geschaffen wurden. Die in Öl auf Leinwand gemalten 14 Kreuzwegbilder stammen aus dem Jahre 1764. Ein Kruzifix ist um 1770/80 zu datieren, eine Biedermeierstatue des Patrons, des heiligen Pankratius, um 1844.

Das heutige Aussehen der Pfarrkirche Bollingen resultiert aus einer Gesamtrestaurierung, welche 1988 erfolgreich durchgeführt wurde.